Motivation mal anders

Ich habe ein Motivationsproblem.
Wirklich.
Gerade jetzt in der Prüfungsphase am Ende des Semesters ist das aber äußerst unpraktisch.
Die nächsten drei Wochen, die zu meiner ultimativen, wenn auch imaginären Schlachtbank (namentlich die Klausuren) hinführen, werden anstrengend, unangenehm, frustrierend und mein Sozialleben effektiv zerstören. Etwas, das man weiß, wenn man sich dafür entscheidet zu studieren. Auch etwas, das man in diesem Ausmaß vorbeugen hätte können, wenn man während dem Semester schon alle Notizen perfekt organisiert hat. Aber seien wir realistisch hier – das wird nicht passieren. Was ich jetzt also brauche (abgesehen von Schreib- und Sportpausen, genug zu Trinken, ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten und all dieses zeitraubende aber unerlässliche Zeug) ist Motivation, um durch diese drei Wochen durch zu powern und nicht irgendwo auf der Hälfte des Weges stecken zu bleiben.

 

Schreibtischmikado
Schreibtischmikado

 

Was mich in solchen Phasen immer motiviert sind Biographien. Hört sich vielleicht etwas merkwürdig an und außerdem, wer hat überhaupt Zeit zu lesen, wenn man einen straffen Lernplan einhalten sollte?
Zuerst zu dem Zeit-Argument, denn das ist einfacher zu beantworten: Nehmt euch einfach die Zeit. Ich persönlich lese gerade jeden Abend eine halbe Stunde, bevor ich schlafen gehe – und ja, ich höre tatsächlich nach einer halben Stunde auf, ich stelle mir einen Wecker und lese dann nur noch bis zum nächsten Absatz. Das Lesen hilft mir zu entspannen und dadurch leichter einzuschlafen, weil mein Gehirn dadurch langsam in den Ruhemodus übergeht.
Das liegt daran, dass durch künstliches, blaues Licht, wie es beispielsweise Laptop, Bildschirme oder das Handy ausstrahlen, die Produktion von Melatonin gehemmt wird. Melatonin sorgt aber dafür, dass wir uns müde fühlen und gut schlafen können, ergo weniger künstliches, blaues Licht (wie eben beim Lesen von Büchern), mehr Müdigkeit für alle – oder zumindest funktioniert es bei mir. Denn die gesteigerte Produktion von Melatonin wiederum, hat einen unbestreitbaren, positiven Effekt auf meine Fähigkeit am nächsten Morgen aufstehen zu können.
Im Endeffekt hilft mir die Lesepause also beim Lernen. Oder zumindest kann man sich das einreden.
(Kleiner Tipp am Rande: Wer noch lange am PC oder Laptop arbeiten muss, kann sich mal das Programm f.lux anschauen. Das filtert ab einer bestimmten Uhrzeit den Blauanteil aus dem Licht raus.)

Aber warum gerade Biographien und nicht Romane? So schön Romane auch zu lesen sind, finde ich es deutlich inspirierender von den Geschichten anderer Menschen zu hören. Oft weckt das in mir selbst den Wunsch, auch etwas zu erreichen oder einfach nur etwas zu tun. Mehr nicht. Aber genau dieser Wille, etwas zu tun, ist ja das was fehlt, wenn man Probleme hat sich zu motivieren.
Außerdem ist es – zumindest für mich – auch unglaublich beruhigend zu lesen, dass auch die Lebenswege von so vielen anderen – oft auch berühmten Personen, die wir vielleicht sogar bewundern für das, was sie erreicht haben – nicht schnurgerade verlaufen sind, sondern ihre Sackgassen, Irrwege und Kreise haben. Es hilft mir persönlich also, den Klausuren etwas entspannter entgegen zu sehen, denn natürlich lerne ich so viel wie möglich und natürlich möchte ich sie mit guten Noten bestehen, aber sollte das mal nicht der Fall sein, dann ist das auch kein Weltuntergang. Das zumindest lerne ich aus Biographien.

 

Stephen Fry - "The Fry Chronicles"
Stephen Fry – „The Fry Chronicles“

 

Man muss hart für seinen Erfolg arbeiten und die Umwege, die man unfreiwillig geht, nicht nur in Kauf nehmen, sondern auch die Möglichkeit in ihnen sehen. Eine Einstellung also, die mich persönlich dazu bringt mein Bestes zu geben und mich dabei auch noch gut zu fühlen.
Im Moment bekomme ich dieses Gefühl von “The Fry Chronicles”, der Biographie des Schauspielers Stephen Fry, die ich auf Englisch lese und mir regelmäßig ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert.

Wenn ihr eine Rezension dazu wollt oder euch mehr dafür interessiert, wie ich die nächsten drei Wochen überlebe (Lernplan, Notizen-Organisation, gesunde Snacks, etc.), dann lasst euren Wunsch doch einfach in einem Kommentar da.
An jeden, der jetzt auch auf Klausuren lernt oder schon mitten in der Prüfungsphase steckt: Ich leide mit dir, aber wir schaffen das!

 

 

Danke für’s Lesen und bis bald.
xo,
Frenzy

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