WANTED: Motivation – Dead or Alive

Motivation – das ist etwas, mit dem ich selbst bis vor Kurzem auch große Probleme hatte. Die Ideen fließen, aber eigentlich weiß man nicht so wirklich, wie man nach der letzten Szene weiter machen soll. Vielleicht sollte man dazu doch noch ein wenig recherchieren und hat nicht diese/r eine Youtuber/in ein neues Video hochgeladen? Es ist diese typische Spirale der Prokrastination, wenn man doch eigentlich hundert Ideen im Kopf hat und sie nur niederschreiben muss. Aber wie entkommt man dieser Spirale?

Zunächst denke ich, dass wenn man über Motivation redet, auch über Inspiration reden sollte. Während die Motivation wohl am ehesten als der Körper angesehen werden kann, so ist die Inspiration so etwas wie die Seele beim Schreiben, das Herz, das Atmen. Fehlt sie, wird auch das was man schreibt, leblos. Wie also kann man sich kurzfristig und möglichst schnell Inspiration verschaffen?
Ich fürchte, dass das bei jedem ein bisschen anders ist. Mir hilft es beispielsweise zu duschen oder zu baden, was natürlich nur Sinn macht zu tun, wenn man es sowieso noch auf dem Plan stehen hatte. Manchen hilft auch ein kleiner Spaziergang durch die Natur, um die Gedanken wieder zum Fließen zu bringen. Was ich manchmal mache ist, dass ich mir einen Timer setze, auf vielleicht eine halbe Stunde, und mich dann in Pinterest vergrabe, um nach Bildern zu suchen, die mit dem Thema der nächsten Szene oder dem Genre in dem ich schreibe zu tun haben. Wichtig ist nur, dann auch aufzuhören, wenn die Zeit um ist. Wenn ihr eine bestimmte Szene als nächstes schreiben wollt, dann versucht euch doch mal ganz bewusst bildlich vorzustellen, wie die Szene aussehen soll. Egal, ob ihr sie schon fertig geplottet habt, oft kann der visuelle Reiz, den das Bild mit sich bringt, auch die Inspiration triggern. Schließt also eure Augen und stellt euch vor, wo sich eure Figuren befinden? Wie reagieren sie? Bewegen sie sich anders?

Wenn wir unsere Inspiration ein wenig angekurbelt haben, dann fehlt ja nur noch die Motivation, nicht wahr? Kann ja nicht so schwer sein. Und das war kein Sarkasmus.
Für alle, die an dieser Stelle ungläubig geschnaubt haben – doch, es ist im Grunde sehr einfach. Setzt euch an euren Laptop, Computer oder das Blatt Papier und fangt an. Punkt.

Lest euch vielleicht das Kapitel davor durch oder führt euch nochmal den vorherigen Absatz zu Gemüte, aber dann, schreibt einfach. Versucht nicht den perfekten Übergang zwischen zwei Szenen zu finden. Versucht nicht sofort den besten ersten Satz zu schreiben. Versucht nicht genau den nächsten Satz schreiben zu wollen, der die Leser augenblicklich gefangen nimmt. Das alles kann man hinterher noch umschreiben oder hinzufügen, wenn ihr dazu einen Gedankenblitz habt. Und wenn nicht, was soll’s? Zeigt mir einen einzigen Autor, der ein perfektes Buch mit ausschließlich perfekten Sätzen geschrieben hat.

Das Wichtige an der Motivation ist – und vermutlich auch am Autorendasein – dass man auch ohne sie schreiben kann. Vielleicht wird es die ersten drei oder vier Sätze holprig sein, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Finger daran erinnern, wie es ist im Flow zu schreiben. Am Anfang reiht man einfach nur Wort an Wort, dann Satz an Satz, Absatz an Absatz und ehe man sich versieht ist die Zeit, die man zum Schreiben eingeplant hat schon vorbei.

Die Motivation wird mit dem Schreiben kommen, also fangt einfach an. Alles Schlechte kann man später noch editieren, aber das bringt nichts, wenn man nichts zum Überarbeiten hat. Es lohnt sich nicht zu warten, bis der perfekte Moment für diese Szene gekommen ist. Oft kommt etwas dazwischen oder man hat dann andere Dinge zu tun, ist vielleicht bei der Arbeit oder an einem anderen Ort, an dem man nicht schreiben kann, wenn man in genau der Stimmung ist, in der man diese eine Szene schreiben wollte.

Ich habe in den letzten Wochen auf sehr schmerzhafte Weise lernen müssen, dass die Zeit, die man hat Dinge zu tun oder fertig zu bekommen, nicht unbegrenzt ist. Wenn ihr schreiben wollt, dann schreibt in jeder Minute, die ihr dafür habt und hängt nicht um Motivation jammernd vor dem leeren Dokument. Das ist Zeitverschwendung und Zeit ist auf so vielen Ebenen zu kostbar dafür.
Deswegen: Wenn ihr schreiben wollt, dann schreibt. Wartet nicht auf Motivation oder die viel beschworene Muse. Schreibt. Verbessern und umschreiben kann man hinterher immer noch.

xo,
Frances

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